Freitag, 30. Dezember 2011

Was blüht denn da im Dezember?

Als ich diese Rubrik angefangen habe, war ich mir sicher, dass ich den Dezember wegen nicht vorhandener Blüten auslassen würde. Jetzt ist es aber so, dass ich mich gar nicht entscheiden kann, von welcher der vielen Blüten ich Euch berichten soll. Ungewohnt früh wurden die ersten blühenden Schneeglöckchen (Galanthus) gesichtet und die Christrosen (Helleborus), die sonst um diese Jahreszeit zaghaft die ersten Blütenblätter entfalten, stehen heuer bereits in vollem Flor. Völlig unplanmässig zeigt das kleine Immergrün (Vinca minor) seine blauen Blümchen und vor ein paar Tagen habe ich sogar einen blühenden Ranunkelstrauch (Kerria japonica) entdeckt. Der Duftschneeball (Viburnum farreri, Bild) ist als typischer Winterblüher immerhin keine Ausnahmeerscheinung, fällt aber trotzdem durch außergewöhnlich viele und frühe Blüten auf. So recht freuen kann ich mich allerdings nicht über den überraschenden Blütenzauber. Bereits 2006/2007 hatten wir den wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und die aktuelle Wetterlage ist auf dem besten Weg, die damaligen Temperaturrekorde zu brechen. Sehr ungünstig ist diese Entwicklung für die Kaltkeimer, darunter viele Waldstauden wie Veilchen, Bärlauch, Akelei oder Buschwindröschen, die längere Kälteperioden dringend brauchen, um sich vermehren zu können. Weitere Leidtragende sind empfindliche Gartenpflanzen, die durch das warme Wetter zum Laubaustrieb angeregt werden und damit eventuell später auftretenden Frösten viel Angriffsfläche bieten. Für mich persönlich ist so ein richtig kalter Winter auch Voraussetzung, um die Vorfreude auf den nahenden Frühling zu spüren und ich hoffe, dass die frostigen Zeiten noch kommen werden!

Samstag, 24. Dezember 2011

Buchtipp: "Naturwerkstatt Wald" zum Ausklang des Jahres der Wälder

2011 ist das Internationale Jahr der Wälder und kurz bevor es zu Ende geht, möchte ich daran erinnern, dass auch im nächsten und allen folgenden Jahren der Wald Teil unseres Lebens sein wird. Für einige vielleicht nur ein Rohstofflieferant, für uns alle ein wichtiger Faktor zum Klimaschutz und für nicht wenige auch ein beliebter Erholungsort. Die positive Wirkung von Waldspaziergängen wurde bereits von japanischen Forschern bestätigt, man kann sie aber auch ganz einfach im Selbstversuch erfahren. Noch dazu ist der Wald ein idealer Platz, um Kindern die Wunder der Natur zu zeigen und ihnen Beziehungen oder Zusammenhänge zwischen Mensch und Umwelt zu erklären. Anregungen und Materialien dazu gibt es jede Menge, sehr viele Infos habe ich heuer in der Bücherei Neufahrn gefunden. Dort wurden nämlich mit Unterstützung der örtlichen Agenda 21 eigens zum Jahr der Wälder viele neue Sach- und Kinderbücher rund um die Pflanzen und Tiere unserer Wälder angeschafft. Sehr gut gefallen hat mir Naturwerkstatt Wald - Spielen, entdecken und experimentieren rund ums Jahr, welches eine Fülle von naturpädagogischen Ideen bereithält. Auch im Winter gibt es viel zu entdecken, also nichts wie raus in den Wald!

Donnerstag, 24. November 2011

Was blüht denn da im November?

Im Auwald, an geschützten Stellen zwischen abgefallenem Laub, sieht man hier und da noch ein paar kleine Farbtupfer zwischen erstaunlich grünen Blättern. Kennst Du die Pflanze, die hier bereits seit April unermüdlich blüht?

Kleiner Tipp: eine etwas größere Verwandte von ihr, die beim Anfassen ein ziemlich unangenehmes Brennen verursacht, kennst Du bestimmt ;-)

Montag, 7. November 2011

Winterfutter für die Gartenvögel

Selbstgekochtes schmeckt einfach am besten! Nicht nur wir sind dieser Meinung, sondern auch unsere gefiederten Freunde. Für alle, die unsere Ferienaktion verpasst haben, hier nun das Rezept für Futterglocken und Meisenknödel:

Pro Futterglocke oder Meisenknödel je nach Größe:
100-150 g Rinder- oder Pflanzenfett
100-150 g Körnermischung
Wir bevorzugen hierfür die Energiereichen Samen Plus, die z. B. im LBV-Shop erhältlich sind. Die darin enthaltenen Sonnenblumenkerne sind bereits geschält und da wir nur bei geschlossener Schneedecke oder Dauerfrost füttern, wollen wir unseren Vögeln bei der Kälte unnötige Anstrengungen (wie das Knacken von Schalen) möglichst ersparen.


Das Fett wird in einem Topf erwärmt und wenn es geschmolzen ist, rührt man die Körnermischung ein. Zur weiteren Verarbeitung muss die Masse wieder abkühlen, idealerweise in einem kühlen Raum oder im Freien. Dabei kann man gelegentlich etwas umrühren, damit sich das Fett nicht nur oben absetzt, sondern gut zwischen den Körnern verteilt wird. Damit die Masse auch im abgekühlten Zustand geschmeidig bleibt, gibt man einen Schuss Speiseöl dazu.


Für die Futterglocke nehmen wir einen Tontopf, der wahlweise auch bemalt und wetterfest lackiert werden darf.


Durch das Bodenloch gibt man eine dicke Schnur, an die ein Zweig gebunden wird. Der Zweig soll etwa 10 cm aus dem Topf herausschauen und dient als Landeplatz für interessierte Vögel.


Jetzt kann man die abgekühlte Futtermischung in den Topf einfüllen und die fertige Futterglocke an geeigneter Stelle aufhängen.


Aus der selben (ggf. noch etwas weiter abgekühlten) Mischung lassen sich auch Meisenknödel formen.


Wir arbeiten dazu einfach ein Seil mit diversen Knoten ein. Die Bedeutung der Knoten von links nach rechts:
1. oberes Ende des Knödels
2. Mitte des Knödels
3. unteres Ende des Knödels
4. damit das Seil nicht ausfranst

Die Sache mit den Knoten klingt zunächst etwas albern, erleichtert aber gerade Kindern das Formen einer schönen Kugel ungemein. Außerdem helfen die Knoten, den Knödel zu stabilisieren. Kleinere Kinder, die mit der Kugel noch Schwierigkeiten haben, machen einfach walzenförmige Gebilde. Auch hier dient das untere Seilstück als Vogellandeplatz.


Alternativ kann man die Knödel auch in Kunststoffnetze (z. B. Knoblauchnetze) geben oder in solchen Meisenknödel-Körbchen anbieten. Die Masse kann auch direkt auf Äste und Zweige gestrichen werden.

Achtung: Die selbstgekochte Futtermischung funktioniert wirklich nur bei Kühlschranktemperaturen. Wenn sie zu warm wird, dann schmilzt das Fett! Apropos Fett: Wir ziehen zum Knödel formen immer Gummihandschuhe an und verlegen diese Aktion nach Möglichkeit ins Freie oder in die Garage ;-)

Mittwoch, 2. November 2011

November im Auwald

Zur Zeit ist es in den Isarauen besonders schön. Wunderbare Farben, der Geruch von frisch gefallenem Laub, dazu ein paar zarte Nebelschleier - fertig ist der Herbstzauber vor der Haustüre. Mehr Bilder von unserem November-Spaziergang gibt es in diesem Facebook-Album.










Montag, 31. Oktober 2011

Was blüht denn da im Oktober?

Huch, beinahe hätte ich das allmonatliche "Was blüht denn da?" vergessen. Liegt vermutlich daran, dass es derzeit in der Natur wenig Blühendes zu entdecken gibt. Ich muss also, wie letzten Monat auch schon, im Garten nachsehen. Da sind tatsächlich einige, besonders entzückende Blüten zwischen den kahlen Sträuchern und dem mit Fallaub bedeckten Boden zu sehen: das Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) erheitert dort mit seinen bunten Farbtupfern die trübe Herbststimmung. Es ist nicht ganz heimisch hier, aber als mediterrane Pflanze hat es gute Chancen, sich hierzulande einzuleben - gern gesehen ist es auf alle Fälle!

Ferienaktion: Meisenknödel und Futterglocken selber machen

Fütterst Du im Winter gerne die Vögel in Deinem Garten? Am Donnerstag Nachmittag gibt es dazu in der VHS Neufahrn viele Tipps und für zuhause basteln wir uns eine eigene Futterglocke. Kommst Du auch?


Nachtrag am 07.11.11: Für alle, die nicht dabei sein konnten, habe ich hier das Rezept für Futterglocken-Füllungen und Meisenknödel veröffentlicht.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

SCA-Studie "Wälder für Kinder" und Waldentdeckertour am 03. November

Draußen sein ist "in", so das Fazit der SCA-Studie Wälder für Kinder. Laut dieser Studie möchte über die Hälfte der befragten Kinder mehr Zeit im Wald verbringen. Bedauernswert ist aber, dass nur etwa 5 % der befragten Eltern den Wald als Ort für Freizeitaktivitäten auswählen. In Auftrag gegeben wurde die Studie vom schwedischen Unternehmen SCA Hygiene Products zum Internationalen Jahr der Wälder 2011. In Freising lädt SCA am 03. November von 11-13 Uhr zur Waldenteckertour. Treffpunkt ist die Waldgaststätte Plantage und von dort geht es auf den Walderlebnispfad Freisinger Forst. Anmelden kann man sich telefonisch unter 089/12445-190.


Den Auwald in Mintraching bei Neufahrn können Kinder von 8-10 Jahren zum Beispiel mit der NAJU-Gruppe "Wilde Möhren" entdecken und erleben. Bei Interesse meldet Euch einfach mal bei mir!

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Baum des Jahres 2012 ist die Europäische Lärche

Soeben wurde der Baum des Jahres 2012 bekanntgegeben. Ausgewählt wurde die Europäische Lärche (Larix decidua). Der wertvolle Waldbaum kommt ursprünglich aus den Alpen und den Karpaten und wächst sogar in Höhenlagen bis 2000 Meter. Lärchen sind sehr verbreitet und man findet sie auch in einigen Hausgärten. Um diese Jahreszeit kannst Du sie besonders gut erkennen. Bevor sie nämlich über den Winter ihre Nadeln abwerfen, zeigen sie noch eine prachtvolle, goldgelbe Herbstfärbung:

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Kürbisparade

Da war ja wieder ganz schön was los bei den "Wilden Möhren"! In der letzten Gruppenstunde haben wir auf einem Bauernhof viele verschiedene Kürbissorten kennengelernt und anschließend noch diese tollen Jack O'Lanterns geschnitzt. Halloween kann kommen...

Mittwoch, 5. Oktober 2011

LBV-Herbstfest in Scheyern am 09.10.

Diesen Sonntag findet von 12-16 Uhr im Prielhof in Scheyern das alljährliche Herbstfest der LBV-Kreisgruppe Pfaffenhofen statt. Dort warten spannende Aktivitäten für die ganze Familie auf Euch. Es gibt Bastelangebote und viele Mitmach-Aktionen. Unter anderem könnt Ihr da Butter schütteln, Wolle spinnen und Kerzen ziehen. Es gibt Wildnisküche, Kaffee und Kuchen sowie Märchen für Jung und Alt. Außerdem werden die Bilder vom Mal-Wettbewerb Vogel des Jahres ausgestellt und prämiert. Wir wünschen viel Spaß und gutes Wetter!

Mittwoch, 28. September 2011

Kastanienflieger und Kastanienschleuder

War gestern das Highlight beim Treffen der NAJU-Kindergruppe "Wilde Möhren" und ist ganz einfach nachzubauen: Bohre ein kleines Loch in eine möglichst frische Kastanie und stecke ein paar ca. 50-100 cm lange Streifen Krepp-Papier hinein. Nun kannst Du die Kastanie werfen und versuchen, ein besonders schönes Flugmuster zu erzielen. Wenn Du ein weiteres Loch durch die Kastanie hindurchbohrst und daran eine Schnur befestigst, kannst Du die Kastanie mit Hilfe der Schnur richtig weit schleudern. Viel Spaß damit!

Samstag, 24. September 2011

Was blüht denn da im September?

In vielen Gärten leuchtet jetzt der bunte Flor der zahlreichen Arten und Sorten der Herbstastern. Die charmanten Korbblütler gibt es in vielen Farben, vor allem in Blau-, Violett- und Rosatönen. Für einen zusätzlichen Farbtupfer auf den schönen Stauden sorgen die Tagpfauenaugen, die oft auf den Blüten der Herbstastern sitzen und die letzten warmen Tage genießen. Schau doch gleich mal raus, ob Du auch eine Aster mit einem Schmetterling darauf findest.

Mittwoch, 14. September 2011

Wo die Pommes wachsen...

...das wissen wir von der NAJU-Kindergruppe "Wilde Möhren" natürlich schon, aber wie man sie aus der Erde rausbekommt, da waren wir uns noch nicht ganz sicher. Dass das so anstrengend ist, war uns vorher auch nicht klar. Überhaupt haben wir enorm viel gelernt gestern Nachmittag, als wir dem Bioland-Landwirt Christian Meidinger in Mintraching bei der Kartoffelernte helfen durften. Zuerst war `Ackersegen´ an der Reihe, eine sehr wohlschmeckende, mehlige Sorte von 1929, aus der sich ein wunderbares Püree herstellen lässt. Dann haben wir `Bamberger Hörnchen´ geerntet. Die Sorte mit dem einzigartigen Geschmack war 2008 "Kartoffel des Jahres" obwohl sie vermutlich schon knapp 200 Jahre alt sein dürfte. Wir haben gesehen, dass Kartoffeln nicht immer nur zartgelb sind. Es gibt auch rot- und rosafarbene wie `Rosemarie´ und `Rote Emma´, die dunkelviolette `Violetta´, die blaugesprenkelten `Blauen Schweden´ oder die `Laura´ mit roter Schale und gelbem Fleisch. In der Kartoffel-Lagerhalle durften wir die riesigen Kisten bestaunen, in denen etwa 12 verschiedene Sorten auf ihre kulinarische Bestimmung warten. Ein paar davon sind natürlich auch in unseren Kochtopf gewandert, zusammen mit dem extrasüßen Zuckermais, den wir ebenfalls auf dem Feld geerntet hatten.


Auf dem Weg zum Feld


Gut, dass die Christina an die Handschuhe gedacht hat.


Jetzt geht's los!


Dauert ganz schön lang, bis so eine Kiste voll ist.


Wenn Du keine Kartoffelgabel hast, nimm einfach einen Hund ;-)


Die Bio-Zuckermaispflanzen sind nicht mal halb so hoch wie der Futtermais auf den Feldern ringsum aber die Kolben schmecken mindestens doppelt so lecker.


Inspektion in der Maschinenhalle


Die bunten Kartoffeln und der Zuckermais vor dem Kochen. Das fertige Essen konnte ich leider nicht mehr ablichten, weil die hungrigen Erntehelfer alles ratzfatz aufgefuttert haben. Vielen Dank an den Biohof Meidinger für diesen lehrreichen Nachmittag und den geschmackvollen Beitrag zu unserem Abendessen!